843

Erste Erwähnung des Ortes Elvenich

(gemäß Eintrag, Wikipedia.de. Für mich ist diese Jahreszahl nicht belegt und anzuzweifeln, weil der Hof Albinich erst später Elvenich genant wurde (vergleiche Eintrag zum Jahr 855)).

855

Der Hof Albinich (Elvenich) wird an das Kloster Prüm verschenkt. Erste Erwähnung des Namens in einer Schenkungsurkunde

1067

Das in der Gemeinde Oberelvenich gelegene Gut Bollheim war ein etwa 500 Morgen umfassender Besitz, der sich unter den Schenkungen des Kölner Erzbischofs Anno 2., 1067 zum Stift Sankt Georg in Köln gehörte.

1127

An der Stelle der jetzigen Pfarrkirche St. Matthias stand ursprünglich eine kleine Kapelle, von der nur noch der Turm erhalten geblieben ist. Die Gründung der ersten Anlage steht wohl in Verbindung mit dem Fund der Gebeine des heiligen Apostels Matthias in Trier in Jahr 1127.

1188

Man nimmt an, dass die 1188 aus dem Zisterzienserkloster Sankt Thomas im Bezirk Trier nach Hoven bei Zülpich versetzten Nonnen die Verehrung des Apostels in Raum Zülpich verbreitet haben. Jedenfalls gehörte Oberelvenich zum Lehengebiet des Klosters. So war der Zehnte für die Nonnen aus Zülpich-Hoven zu erbringen. Dies betraf Halm- und Baumfrüchte, sowie Erträge aus der Viehwirtschaft.

1331

Die Burg Bollheim, in der sumpfigen Aue des Rotbaches gelegen, wird 1331 erstmalig (als Burg) erwähnt. Damit lag die Burg nahe an der ehemaligen und wichtigen Römerstraße von Reims nach Köln.

1342

Der Ritter Godart von Boylheim (nach heutiger Lesart und anderen Quellen: Gottfried von Bollheim) erscheint 1342 unter dem Namen der Burg im Register des Erzbischofs Walram von Köln. Er wurde zudem ab 1339 als Eigentümer des Hofes Frauenberg geführt. 1362 wird er Knappe auf Lebenszeit, Vasall der Stadt Köln.

1351

Gegen 1351 ließ Ritter Engelbert von Vorst, welcher wohl Schloss Bollheim zugeordnet werden konnte, den Chor und den Marienaltar von Sankt Matthias erbauen. Grundlage für diesen Akt war ein Notariatsregister aus dem Jahre 1351, welches noch vorhanden ist. Dieses Dokument beruft sich auf ein noch älteres - aber verschollenes -Dokument aus dem Jahre 1291, in dem von einer Beleuchtung des Altares und der Stiftung der Kirche durch die adelige Frau Mechtildis von der Schwertscheiden die Rede ist. Dieses Dokument ist jedoch nicht mehr belegbar. Nach dem Tode der Frau von der Schwertscheiden bestimmte man, die von ihr gestifteten Renten zu einer Wochenmesse in der Kapelle. Es war im Mittelalter üblich, dass wohlhabende Leute und insbesondere die Lehnsherren, Messen stifteten. So wird die Stiftung einer Freitagsmesse durch eben jenen Ritter Engelbert von Vorst im Jahre 1351 erwähnt.

1356

Mittels Urkunde von 1356 bekennen Schultheiß und Scheffen des Gerichtes Oberelvenich im Hovener Kirchspiel: "...,daß ihre vor langer Zeiten zu Ehren des hl. Matthias gegründete Kapelle mit jährlichen Kornpächten, Ackerland und Zehnten gestiftet und datiert ist, damit ein geziemter Gottesdienst darin gehalten werden könne."

1356

Ein in der Urkunde von 1356 genannter Ritter Engelbert von Vorst stiftete den Marienaltar in der Kirche zu Oberelvenich. Johann von Vorst und Gemahlin Aleidis von Irnich erwarben 1380 die Getreidemühle durch Kauf. Nach ihrem Tode ging die eine Hälfte an Paika von Irnich, Frau zu Kleburg, die andere an den Knappen Radodo von Gymnich. Beide Parteien verpachteten ihren Teil und ließen einen Neubau errichten.

1356

Ein in der Urkunde von 1356 genannter Ritter Engelbert von Vorst stiftete den Marienaltar in der Kirche zu Oberelvenich.

1356

In einem früher von Bollheim zur Getreidemühle führenden Weg "In der Maas" lag das Haus vonVorst, von dem man Anfang des 20. Jhd ausgedehnte Fundamente gefunden hat. Für die Lagebestimmung gibt es zudem zwei weitere Quellen. 1356 heißt es: „An der mullen Baich beneven de Straiß de von Vorst zu der Zehntschur plach zu gahn.“

1379

Später, gegen 1379, wechselte die Burg Bollheim an die Familie von Vlatten. Ursächlich war, dass die neuen Burgherren Balduin, Godart und Johann 1391 in eine Fehde mit der Stadt Köln gerieten, die zu der in der Kölner Chronik beschriebene Belagerung und Erstürmung der Burg führt.

1380

Johann von Vorst und Gemahlin Aleidis von Irnich erwarben 1380 die Getreidemühle durch Kauf.

1399

Die Zeiten im Hochmittelalter waren wirr und unsicher. Darum trug der Knappe Rabedo von Gymnich 1399 sein Burghaus Elvenich mit Vorburgen, Graben und Befestigungsanlagen dem Erzbischof zu Köln als Offenhaus an. Er versprach sich auf diesem Wege Schutz gegen das konkurrierende Jülicher Haus. Zudem befürchtete er, sein Haus im Streit an Ritter Hilger von Langenau zu verlieren. Letztendlich konnte Rabedo das Haus nicht halten. Das kölnische Offizialgericht sprach im Jahre 1400 das Haus dem Hilger von Langenau zu. Gleichzeitig wurde unter Strafe des Kirchenbannes weitere Störungen untersagt. Auch mit dem Kölner Bürger Winkin von Stotzheim geriet Rabado in Streit, weil dieser ihm angeblich Schmach und Schande angetan hatte, weshalb die Stadt Köln um Verhandlung auf dem dortigen Rathaus lud. Ein Antwortschreiben erwartete Rabedo auf seinem Hause in Elvenich, oder Ahrweiler. Rabedo gab vor, die Kölner in seinem Hause beschützt zu haben, weshalb er deren Wohlwollen erhoffen durfte (Dies Schreiben war undatiert, ließ aber vermuten, dass es zum Zeitpunkt der kölnischen Besetzung gegen 1396 erstellt wurde.

1401

Werner von Vlatten, Amtmann des Abtes von Prüm zu Wichterich, verkaufte 1401 das Dorf Oberelvenich mit aller Hoheit und Gerechtigkeit an den Grafen von Blankenheim für 400 Rheinische Gulden.

1413

Der im Jahre 855 an das Kloster Prüm geschenkte Hof Albinich (Elvenich) wird 1413 unter den Lehensgüter des Kloster geführt, die der Baumeisterei Wichterich unterstanden. 1413 wurde der Hof unter dem Namen Aldenrathshof geführt. Seine Lage ist aufgrund einer Beschreibung ungefähr bekannt. Er lag an der Gasse, welche von Niederelvenich kommend das ganze Anwesen durchschnitt. Dies würde auf eine Lage an der heutigen Kellerhofstraße hindeuten. Der Sage nach, hat im Garten des Jakob Birikoven gegenüber dem Anwesen Pick ein Hof gestanden, an den heute nur noch ein zugeschütteter Brunnen erinnert. Dem Besitzer Dr. Johann Heinrich Cramer von Clauspruch, kurpfälzischer Geheimrat und Schultheiß der Herrlichkeit Bollheim, und seiner Gemahlin, Elise Schenff, wurde hier 1687 eine Tochter geboren.

1418

Die heute noch kleinste Glocke stammt aus dem Jahre 1418 und wurde auch Herrenglocke genannt. Die bei der Huldigung eines regierenden Herren von Bollheim musste diese unbedingt geläutet werden, sowie beim Tode desselben.

1419

Rabedos Witwe und Kinder verkauften das befestigte Burghaus 1419 an Rollmann von Geißbusch zu Bollheim und Gemahlin Metza von Lissingen. Über das weitere Schicksal des Burghauses geben die Quellen keine Auskünfte mehr. Auch ist die genaue Lage des Burghauses ungewiss.

1420

Die Kapelle Sankt Matthias wurde 1420 zur Tauf- und Pfarrkirche erhoben. Angeblich war dies der Verdienst des adeligen Herrn von Geißbusch unter Vorbehalt des Patronats Seitens des Klosters Hoven. Der noch heute vorhandene Taufstein aus Namurer Blaustein ist jedoch älter und stammt aus dem 12. Jahrhundert.

1421

Paika´s Hälfte der Getreidemühle bekam 1421 Rollmann von Geißbusch, der auch bald danach Radodo´s Hälfte gegen eine jährliche Kornrente von 2 1/2 Malter bekam. Aus diesem Verhältnis entwickelte sich später ein Eigentumsrecht, denn schon 1587 wird berichtet, dass die Mühle ein "pertinentia castri Bollheim", also ein zur Burg Bollheim gehörender Besitz ist. Der jeweilige Inhaber soll eine jährliche Pacht dahin liefern und nicht berechtigt sein, den sonst geforderten Mahllohn in Abzug zu bringen. Der Pächter Georg Humpeler lieferte damals 20 Malter Korn und 2 Malter Hafer.

1422

Rollmann von Geißbusch, der als reicher Geldgeber am rheinischen Hof bekannt war, überließ Wilhelm von Leon, dem Grafen zu Blankenheim ein Darlehen von 600 Gulden gegen die Verpfändung von dem Dorf Oberelvenich (andere Quellen sprechen von einem Verkauf des Dorfes für 400 Gulden). Ebenso lieh er dem Erzbischof Dietrich von Köln 2000 rheinische Gulden gegen die Rechte zu Wichterich und Oberelvenich. Herzog Reinhold von Jülich schuldete ihm 1422 sogar 2100 Gulden.

1446

Heinrich von Geißbusch erhält 1446 vom Herzog von Jülich Amt und Schloss Heimbach zur Verschreibung (zum Pfand), wird 1447 jülicher Amtmann zu Bergheim und kauft im gleichen Jahr die Hälfte der Burg Veynau. 1457 wurden ihm zudem die Amtsgeschichte von Nörvenich und Wichterich übertragen. Damit beginnt der Aufstieg der Burg Bollheim zu hoher Bedeutung, die sich nach der Heirat der Erbtochter Katherina von Geißbusch mit dem Ritter Johann von Hompesch (1477) noch steigerte. Das Altartriptychon vom Kölner Meister der Ursulalegende in der Frauenberger Pfarrkirche vom Ende des 15. Jahrhundert, zeigt die Stifterbildnisse dieses Paares, die Bedeutung der Familie von Geißbusch geht aus den Ämtern hervor, die die Träger des Namens inne hatten.

1453

Durch dieses reiche Darlehen von 1422 an den Herzog von Jülich begründete Johann 1453 die Unterherrlichkeit (nach anderer Quelle: Unterherrschaft) Bollheim. Hierzu gehörten die Dörfer Frauenberg nebst Oberwichterich und Irresheim, Oberelvenich, Lüssem und Rövenich.

1455

Mit der Gründung der Unterherrlichkeit Bollheim 1455 ging die Aufgabe Recht zu sprechen von den Herzögen zu Jülich an den Unterherren über. Dieser fungierte entweder selber als Richter, oder übertrug das Amt einem Schultheiß. Lediglich die Aburteilung schwerer Vergehen, wie Gotteslästerung oder Majestätsbeleidigung blieb dem Herzog vorbehalten. Das Gericht in der Unterherrschaft Bollheim unterstand einem Schultheiß, dem in den verschiedenen Ortschaften, wie  Oberwichterich, Irresheim, Oberelvenich, Lüssem, Frauenberg und Rövenich, Scheffen zugeteilt waren.

1517

Weiterhin ist ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1517 erhalten geblieben, welchen den Schutzheiligen Sankt Matthias und die Inschrift "S. Scabinorum in Elvenich" (Siegel der Scheffen zu Elvenich) zeigt.

1534

Zuordnung der Pfarrkirche Sankt Matthias zum Kloster Hoven. Hierin trat eine Veränderung ein, als durch Incorporation oder Einverleibung der Pfarrkirche zu Oberelvenich in das Kloster Hoven im Jahre 1534 diesen die Verwaltung der kirchlichen Einkünfte zugesprochen wurde, und bezog seitdem aus dem Zehnten neun Malter Frucht, die es 1564 an den Pastor verpachtete. Dieser hatte aber nach wie vor auch noch einem kleinen Zehnten, denn 1680 bei Gelegenheit einer kirchlichen Visitation durch den Landesdechanten beklagt sich der Pastor über die Zurückhaltung von sechs Malter Kornzehnt, weshalb ihm die Pfarrgemeinde auch die Abgabe von jungen Schweinchen und Lämmern verweigerten.

1547

Zuletzt erscheint ein Ritter von dem Gut zu Elvenich in einer Urkunde von 1547 als Besitzer des Vorsthofs.

1564

Franz von Hompesch schloss 1564 Vereinbarungen mit den Bewohnern von Oberelvenich wegen des Weiderechtes an gewissen Benden, wozu 5 Morgen an der Mühle gehörten. Diese 5 Morgen sollten vom Johannistag (24. Juni) bis Mitte März der Gemeinde zu Verfügung stehen, wenn diese sich dazu verpflichten würde, in diesem Jahr (1564) mehrmalige Frondienste zu leisten.

1570

"Es ist öffentlich am Tag", schreibt Franz von Hompesch 1570, "das zuvor die von Geißbusch und folgende die von Hompesch als Inhaber des Hauses Bollheim in der Zeit ihren Kirchgang und ihr Begräbnis zu Oberelvenich in der Pfarrkirche über die anderthalb Jahrhunderte gebraucht und gehabt, wie auch noch heutiges Tags auf dem Haus Bollheim ein Pastor zu Oberelvenich nach christlicher Ordnung, wenn die erfordert, die heiligen Sakramente mitteilt".

1571

1571 erhielt Franz zu Hompesch den Befehl sich mit Pferden, Hauptharnischen und Spießen zu rüsten und nach Köln zu reisen. Dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre und verstarb 1586 kinderlos. Sein Erbe erhielt sein Neffe Hermann Philipp von Hompesch, der sich durch feierliches Glockengeläute als Unterherrn huldigen ließ.

1596

Denn durch den Einfluss der reformierten Familien von Quadt zu Flamersheim und von Palant zu Wachendorf traten 1596 Hermann Philipp von Hompesch nebst Gemahlin Anna von Reuchenberg zum neuen Bekenntnis über und ließen sofort reformierten Gottesdienst in der Burgkapelle einrichten.

1618

Der evangelische Pfarrer Molitor aus Euskirchen schreibt, er habe Himmelfahrtstag 1618 sein Predigtamt angetreten und "ohne alle Hindernisse continuirt (fortgesetzt) und zwar dieser Gestalt, daß den einen Sonntag auf dem Hause Großbüllesheim, den anderen zu Flamersheim, den dritten zu Bollheim gepredigt worden".

1624

Johann Dietrich von Hompesch, Sohn Hermann Philipps, empfing 1624 die Belehnung mit Bollheim durch den Erzbischof zu Trier und verglich sich mit Adam von Efferen wegen eines Grundstückes am Niederelvenicher Broch. Gegen Überlassung des unbeschränkten Eigentums versprach der Bollheimer dem Sohn des Adam von Efferen, Karl, ein Pferd mit Sattel und Zeug. Sohn und Nachfolger auf Bollheim war Wilhelm Degenhard vom Hompesch, der Oberstjägermeister, Marschall und Kammerherr des Herzogs von Jülich.

1630

 Außerhalb der Unterherrlichkeit galt es Arbeiten - entweder für die Kurköln oder Jülich - zu verrichten. Hierzu wurden die Untertanen nicht selten bis zu 20 Stunden weit gefahren. Zu den dort zu verrichtenden Tätigkeiten zählte man z.B. Botendienst entlang des Rheines, oder die Arbeit in den Weinbergen, die es im Umfelde von Köln gab, auch wenn schon damals der Wein als suur bezeichnet wurde. Bei einem der eben erwähnten Botendienste entlang des Rheines, soll gegen 1630 dem Schneider Clasgen ein Gespenst erschienen sein und ihm einen solchen Schrecken eingejagt haben, dass er noch in der gleichen Nacht graue Haare bekommen hat. Während der Frondienste genossen die Untertanen in der Regel freie Kost und Logis. Wobei die Kost meist aus Gemüse und Kleinbier bestand.  Bei auswärtigen Diensten gab es zudem je Tag und Gespann ein viertel Hafer und die Rückerstattung von evt. anfallenden Zoll- und Wegegebühren.

1641

Im dreißigjährigen Krieg 1641/42 bezogen die mit den Franzosen verbündeten Hessen und Weimarer ihr Winterquartier im Schloss Bollheim und drangsalierten die Bewohner und Bewohnerinnen auf unsagbare Weise.

1672

1672 sicherte der Religionsvergleich den Status von mehreren adligen Häusern unserer Gegend, unter anderem Bollheim und Sievernich. Trotzdem kehrte die Familie von Hompesch zur katholischen Kirche zurück, und alle Neuerungen in Bollheim hatten ein Ende.

1673

Die allgemeine Situation war durch Unruhen geprägt. Hierzu ist z.B. überliefert: „Dem Hubert Bierekofen nahmen die Reiter 1673 ein Ackerpferd gewaltsam aus dessen Stall. Kein Wunder das die Dorfbewohner ihr Vieh auf Haus Bollheim in Sicherheit brachten, während der adlige Herr mit seinen Lehnsmannen Tag und Nacht den anrückenden Horden entgegenritt, um durch Versprechungen und Geschenke die Kriegsdrohungen abzuhalten.“

1679

1679 drohten die in der Herrschaft von Haus Bollheim stehenden Franzosen mit der Niederbrennung der Häuser, wenn man nicht unverzüglich die geforderten Gelder beischaffe. Nur durch eine Anleihe von 500 Reichstalern beim Kölner Bürgermeister konnte dies abgewendet werden. Ähnliche Lasten vermerkt der Lehnsmann aus den folgenden Jahren und fand daneben noch die Mittel, im Auftrage der getreuen Untertanen dem gnädigen Herrn von Bollheim 1684 bei seiner Abreise nach Ungarn zur Abwehr der eindringenden Türken zwei Pistolen zu schenken, die der Stadthalter Coenen mit 18 Talern in Rechnung stellte. In die herrschaftliche Küche nach Bollheim schickte er als besondere Verehrung zum Christfest einen fetten Hammel und ein Spanferkel.

Die Burg Bollheim wurde etwa zur gleichen Zeit durch einen Blitzschlag weitgehend zerstört.

1682

Wiederaufbau der Burg Bollheim als repräsentatives Barockschloss.

1683

Aus den Elvenicher Gerichtsakten ist überliefert: „Anno 1683, den 30. Marty ist vor uns unterschriebenen Scheffen des Gerichtes Elvenich erschienen der wohledle und hochvornehme Herr Wilhelm Heinrich Keuchen und hat mit Zuziehung Herrn Pastor Bernhard Pagen wie auch Anton Losheims namens seines Herrn Bruders Christian Keuchen, kurfürstlich brandenburgischer Rats- und Kriegskommissarius in Krafft präsentierter Vollmacht vom 27. Marty 1683 die erledigten zwei Pferde kurmuten und eine Kuhkurmut durch Absterben Frauen Maria Gertrud Keuchens, verwittibten von Schommerts vertätigt und abgeführt mit 35 Reichstalern, welches jedoch für diesmal aus Gunst und Bewilligung Ihrer Gnaden Frauen zu Bulheim als beschehen, als Anferehrung die Pferde und die Kuh gar schlecht und gering, für empfangene Hand hat ernannt und angesetzt Anna Katharina, obwohlgemelten Herrn Christian von Keuchen Töchterchen. (H. Cramer, Licentiatus.)“

1688

Die Unterhaltungspflicht der Kirche verteilte sich 1698 so, dass die Gemeinde für Schiff und Turm, die Kirche selbst aber für das Chorgebäude zu sorgen hatte. Die drei prächtigen Rokokoaltäre sind Geschenke der adeligen Familie von Hompesch und ihrer Verwandten, wie zuvor schon erwähnt.

1690

Die Kirche Sankt Matthias glich einer Ruine. Der damals dienende Pastor stellte ein Verzeichnis der notwendigen Arbeiten auf und legte dies Liste dem Herrn zu Bollheim zur Genehmigung vor. Diese Liste umfasste folgende Punkte:

Ist das Geboenn in der Kirchen so gar zerbrochen, daß man biß zum Tagh hinaus sehen kann, solches koent man reparieren von der Eiften (=Ulme) uffen Kirchhoff.

Ist das allernotigst ein starcke Maur umb den Kirchhoff, damit nit allerlei Biesten denselben uberlauffen und verwuesten.

Ist das Beinhauß (überdachter Raum, in dem bei der Anlage von Gräbern die alten Knochen aufbewahrt werden. Dieses Beinhaus scheint an der Stelle gestanden zu haben, wo heute die alte Schule steht) dermaßen zerbrochen, daß die Gebein der Verstorbenen bißweilen von den Kindern dispargiert und vertragen wirdt uber Straß und Kirchhoff.

Zum vierten ist hochnoetlich, sonderlich in einer Mutterkirchen, daß die zerbrochene Klock wieder vergoßen und daraus die neue gemacht wurdte.

Zum funften, daß das Kirchelgen einfeltiger weiß mit Kalck geweist wurde.

Zu der Wiederherstellung erklärten die von Bollheim sich bei einem Beitrag von 40 Talern bereit. Die Gemeinde aber war angeblich nicht in der Lage zu diesem Zweck einen einzigen Heller zu zahlen. und so war man genötigt fürs erste die Kirchenrente anzugreifen. Und so schritt man 1692 zum Neubau des noch heute vorhandenen Kirchenschiffes und Chors, während der altersgraue Turm erhalten blieb.

1692

Neubau des Kirchenschiffs Sankt Matthias. Da der Turm bei den Renovierungsarbeiten im Jahre 1692 nicht bedacht wurde blieb er weitestgehend unverändert. Nur 1870 wurde der Turm durch zwei Rundbögen verstärkt.

Die Maße der alten Kirche wurde wie folgt beschrieben:

"Die Kirche ist auf dem höchsten Punkt des Dorfes gelegen, ein einschiffiger, schmuckloser Bruchsteinbau im vorgelagerten Westturm, im Lichten 11 Meter lang und 8 Meter breit. An das kurze Langhaus mit flacher Decke und je zwei Rundbogenfenster in den Längswänden setzt sich das wenig schmälere, dreiseitig geschlossene und gewölbte Chor an, dessen Ostteil als Sakristei abgetrennt ist. Der kurze Turm trägt auf zwei Geschossen einen achtseitig geschieferten Holzaufbau mit schlanker Haube.“

1706

Aus der Steuerliste von 1706 seien die Abgaben des Keuchens Hof erwähnt. Er hatte in diesem Jahr 14 Sester Weizen, ein Rauchhuhn, vier Gänse und Branntwein in unbekannter Menge. Besonders gefürchtet war aber das Recht des Lehnsherren, beim Tode eines Pächters aus dessen Nachlass das beste Stück Vieh auswählen zu dürfen und in seinen Besitz zu nehmen. Dies wurde in der Regel durch den Schultheiß, oder einem Scheffen vollzogen.

1711

Im Stadtmuseum Zülpich wird eine mit Vorhängeschlössern versehene Eichentruhe aufbewahrt, welche die Inschrift "Scheffenkist zv Oberelvenich 1711" trägt.

1719

Im 18. und 19. Jahrhundert war das Schul- und Küsteramt fest miteinander verbunden. Die Anstellung des Küster-Lehrer geschah auf Vorschlag der Gemeinde und des Pastors. Die Herren von Bollheim bestätigten die Wahl jeweils für ein Jahr. Eine Wahlperiode dauerte immer von einem Hubertustag zum darauffolgenden. Einige Namen können wir noch nachverfolgen: 1719 Johann Wollersheim

1736

Heinrich Loosen wird Küster und Lehrer

1741

Der Sohn des Wilhelm Degenhard, Karl Kaspar von Hompesch starb 1741 zu Bollheim und wurde in der Pfarrkirche zu Oberelvenich an der Seite seiner Gemahlin Maria Katherina von Horst (+1728) beigesetzt.

1749

Die zweite Tochter, Christine Schenff brachte den Aldenrathshof als Mitgift in die Ehe mit dem kurkölnischen Hofrat Peter von Otten ein. Der verpachtete einen Teil der Ländereien an Reiner Welter und Katharina Vogts . Gemäß Vertrag hatten die Pächter 50 Schauf Stroh zur Unterhaltung des Daches zu liefern.

1755

Johann Aschenbroch  wird Küster und Lehrer

1762

Der Sohn und Erbe Johann Wilhelm, dem die Pfarrkirche zu Oberelvenich den noch vorhanden Hochaltar verdankt, starb 1762 und wurde unter demselben beigesetzt; ebenso 1785 seine Gemahlin Isabella von Benlandt zu Rheidt. Bollheim kam nun an Franz Karl Freiherrn von Hompesch, auf dessen Befürwortung die Jülisch-Bergische Regierung um 1785 die alte Aachen-Frankfurter Straße vom Siechhaus über Oberelvenich in Richtung Euskirchen verlegt und ausgebaut wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde die Strecke vom Dorfe nach Bollheim neu angelegt und der alte Weg durch die "Maas" zur Mühle aufgehoben. Auch der Bau der Brücke über den Rotbach datiert aus dieser Zeit. An Franz Karl von Hompesch, geheimer Staatsminister des Kurfürsten von der Pfalz, und dessen zweite Gemahlin Therese Marquise von Hoensbroch, erinnern noch heute ihre Monogramme: F C H bzw. T M H auf dem äußeren Tor zu Bollheim.

1763

Ein Pachtvertrag über den Aldenrathshof von 1763 lautete auf Johannes Peter Wirtz und Elise Wollersheim. Es sind für 93 Morgen Ackerland und 61/2 Morgen Wiese 40 Paar Frucht, d.h. je 40 Malter Roggen und Hafer zu leisten. Später ging das Gut in das Eigentum der Pächter über, deren Tochter Elise 1786 Franz Anton Keller heiratete. Dieser war unter der französischen Besetzung Municipalagent zu Oberelvenich und ließ 1810 das an die Zülpich-Wichtericher Straße stehende hohe Steinkreuz errichten. Dies geschah zum Gedächtnis an sein Kind, welches beim Spielen in der Hofeinfahrt durch ein umstürzendes Kreuz erschlagen wurde.

1767

Der Auftrag zur Beschaffung eines neuen Siegels im Jahre 1768 blieb überliefert. Hierin gab der Schultheiß Dr. Scheiff vor: „So groß muß der neue Siegel sein, worinnen mitten Stankt Matthias mit dem Benel in der Handt stehen muß, ringsumb aber auszuhauen ist: Sigillum Judiciy in Ober Elvenich.“

1794

Kurz vor der französischen Besetzung von 1794 sollen sich die Oberelvenicher von den Frondiensten freigekauft haben, indem sie Gemeindeland und insbesondere die saftigen Wiesen der Rotbach-Auen dem Lehnsherren überlassen haben.

1794

Aus dem Jahr 1794 wissen wir aus französischen Aufzeichnungen, dass beim Einmarsch der französischen Truppen im Winter dreißig Kinder von dem Offermann Thomas Grohn im Schulhaus unterrichtet wurden. Er war im Nebenberuf Leinenweber und übte diesen Beruf auch noch während seiner Lehrertätigkeit weiter aus, da der Beruf des Offermanns nicht gut bezahlt war. Thomas Grohn verstarb 1822 an der Pest. Sein Nachfolger, Johann Matthias Beusch, genannt Kerp's Hannes Matthes, hielt den Unterricht in seinem Privathaus ab. Während jener auf seinem Webstuhl mit Armen und Beinen beschäftigt war, saßen die Kinder auf niedrigen Bänken um ihn herum, ein Stück Dachschiefer in der Hand und lernten. Wenn die Unruhe zu groß wurde, ist folgender Spruch überliefert: „Ihr Kinder, lernt! Sonst komme ich von der Gezahne.“ Anschließend soll dann wieder alles still im Klassenzimmer gewesen sein. Und wenn dann die Kinder begannen, Kartoffelscheiben am Ofen zu rösten, oder der Hausfrau in die Töpfe zu gucken, wurden die Kinder entlassen.

1794

Im Jahre 1794 hatte der Getreidemüller Christian Pick 23 Morgen und 2 Viertel in Pacht.

1794

Der Einmarsch der französischen Revolutionstruppen in das linksrheinische Gebiet machte 1794 mit einem Schlage allen üblichen Formen der feudalen Zeit und auch der Unterherrschaft Bollheim ein Ende. Die Besetzung geschah am 8. Oktober durch einen Trupp reitender Jäger, die nach einem traditionellen Bericht die noch vorhandene Steinfigur des hl. Johannes von Nepumuk von der Brücke in den Rotbach stießen. Der ganze Besitz kam zunächst zum französischen Domänengut und wurde später (nach nicht verifizierbaren Quellen) für 600 Reichstaler von der Familie Hompesch zurückgekauft.

1800

Das ehemalige Wohnhaus der Ölmühle aus Lehmfachwerk wurde im Jahre 1800 durch den Finanzminister Franz Karl von Hompesch errichtet.

1800

Franz Karl der 1800 starb, vererbte den Stammsitz seinem Sohn Johann Wilhelm, der sich als Finanzminister zumeist in Düsseldorf aufhielt.

1801

Auch die Armenfürsorge erfuhr eine gänzliche Neuordnung. Die seit 200 Jahren bestehende Stiftung der von Hompesch ging in die Hände der Zivilverwaltung über, an deren Spitze der Bürgermeister stand. Der am 16. Mai 1801 gebildete Verwaltungsrat der Armenrenten der Bürgermeisterei Nemmenich bestand aus dem Bürgermeister Bartholomäus Wirt, den Pastoren Wineken aus Oberelvenich und Esser aus Nemmenich sowie dem Bürger Anton Keller aus Oberelvenich.

1804

Die Bürger on Oberelvenich wandten sich an Johann Wilhelm Karl, als 1804 ihre alte Pfarre aufgehoben und zu einem Rektorat erklärt worden war.

1809

Johann Wilhelm Karls Bruder Ferdinand Ludwig, der 1809 den Besitz übernahm, wurde 1822 in den erblichen Grafenstand erhoben und starb 1831 als englischer General und Inhaber eines eigenen Regiments reitender Jäger.

Wilhelm Hugo Karl, Sohn des Ferdinand Ludwig Karl, trat sodann das Erbe an; hielt sich mit seiner Familie aber nur von Mai bis Juli 1842 auf Schloss Bollheim auf und siedelte dann im Herbst des gleichen Jahres nach Mähren um.

1816

Dem großen Dorfbrand von 1816 fiel auch der Aldenrathshof zum Opfer, worauf Keller die unter seinem Namen bekannte Hofanlage erbauen ließ und diese später an Jakob Birikoven verkaufte. Übrigens geht aus Keller's Hof die Namensgebung der Kellerhofstraße hervor.

1825

Die Schulsituation besserte sich erst gegen 1825 mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht grundlegend. Die Gemeinden richteten wieder in den Gemeindehäusern - sofern vorhanden - ständige Schulzimmer ein und die Kinder saßen wieder mit Dachschiefertafeln um kleine Tische herum.

1828

Am 11. Juli 1828 verstarb der Lehrer Johann Matthias Beusch. Sein Nachfolger wurde Matthias Hürth aus Kalkar. Am 29. Oktober 1838 erhielt er seine Berufungsurkunde, obwohl er bereits seit Jahren das Amt des Offermanns ausübte. In dieser Urkunde wurde vermerkt,

„...daß er seit neun Jahren den Unterricht zur Zufriedenheit des Schulvorstandes und der ganzen Gemeinde erteilt hat. Bei weiterer, geflissenhaften Erfüllung seiner Schulpflichten wird ihm zugestanden:

    1 Feie Wohnung im Schulhause.

    2 Die Benutzung des zur Schule gehörenden Gartens, genannt die Villkaule, 1/4 Morgen groß.

    3 Eine Belohnung von 96 Talern jährlich.

    ...

Dagegen verzichtete der Küster Hürth auf die Garben und das von jedem Haus zu entrichtende Viertel Korn.“

1835

Seit 1835 war die Schule in einem neu errichteten und geräumigen Anbau gehalten worden.

1837

Der letzte Pächter der Getreidemühle, Pick, der urkundlich zuletzt 1837 genannt wird, überließ das Mühlengut Peter Joseph Macharen, in dessen Familie es Jahrzehntelang blieb.

1843

Wilhelm Hugo Karl verkaufte 1843 für 86'000 Taler Schloss Bollheim an Ludwig Prosper, Herzog von Arenberg, der damals auch die übrigen rheinischen Güter der gräflischen Familie an sich brachte.

1845

Seit 1845 wird die Familie Bauer, die das Gut am Ende des letzten Jahrhunderts kaufte als Pächter der Ölmühle genannt. In deren Besitz ist sie heute noch ist.

1864

Für den runden Taufstein, der mit vier rohen Köpfen, und je 3 vertieften Kreisflächen verziert ist, der mit dem Bildnis des hl. Matthias versehen ist, angeschafft, wird ein Deckel angeschafft.

1869

Auf den Küster und Lehrer Matthias Hürth folgte nach seinem Tode im Jahre 1868 Gerhard Schramm, welcher bis 1876 als Lehrer tätig war. Anschließend für zwei Jahre Severin Bauer im alten Schulgebäude und ab dem 3. November 1878 im neuen Schulhaus. Severin Bauer war insgesamt 42 Jahre in diesem Amte tätig und wurde am 16. April 1921 in einer großen Abschiedszeremonie von der Gemeinde und vielen ehemaligen Schülern in den Ruhestand verabschiedet.

1880

Die Einstellung des Raps- und Flachsanbaus um das Jahr 1880 hatte die Stillegung der Ölpresse zur Folge.

1882

1882 bis -85 wurde das Hauptschloss, angeblich wegen Baufälligkeit, von der Familien von Arenberg abgebrochen; nur die Wirtschaftsgebäude und die Wächterhäuschen blieben bis heute erhalten. Die wertvolleren Bauteile und Ausstattungsgegenstände, das große Doppelwappen und die Uhr von der Hauptfront; die Wandvertäfelungen und die Samttapeten, die Gobelins und Barockmöbel des Rittersaals und die Türen mit reichen Messingbeschlägen gelangten auf das arenbergische Gut Rommersdorf bei Neuwied, die Reste der Bibliothek nach Schleiden.

1892

Ab 1892 kam Haus Bollheim an verschiedene freie Pächter. Als erster in der langen Reihe soll Karl Gießen genannt sein, der 1930 verstarb.

1892

28. Juli: Basierend auf dem Kleinbahngesetz vom 28. Juli 1892 wurde in Deutschland der Betrieb von Bahnen 2. Ordnung (untergeordneter Bedeutung geregelt). Dies ermöglichte auch im Kreis Euskirchen den Bau einer eigenen, lokalen Bahn. Entscheidender Bedarfsträger für diese Bahn war die Euskirchener Zuckerfabrik Pfeiffer & Langen, durch welche der Zuckerrübenanbau im Kreis Euskirchen begann und sich in der Folgezeit recht schnell verbreitete. Im Norden des Kreises wurde zudem in kleineren Mengen Braunkohle gefördert. Diese Massengüter bedurften eines entsprechenden Transportmittels: Der Eisenbahn.

1893

Der Euskirchener Kreistag beschloss 1893 den Bau einer Eisenbahn 2. Ordnung (Schmalspurbahn, 1000 mm), für die Genehmigung am 13. April 1894 erteilt wurde.

1894

23. April: Die erste Strecke der Kreisbahn wurde am 23. April 1894 in Liblar begonnen. Gebaut wurde in der Regel auf kreiseigenen Straßen. Da dieser Untergrund bereit vorbereitet war, hatte man keine größeren Schwierigkeiten zu erwarten. Der erste Zug mit Zuckerrüben konnte zwischen Erp und Liblar verkehren. Die Strecke Liblar - Euskirchen folgte in 1895. Der Personenverkehr wurde am 1. März des gleichen Jahres aufgenommen. Das Bähnchen wurde von der Bevölkerung "de Flutsch" genannt.

1895

11. August: Nachdem auch die Strecke von Zülpich nach Arloff fertiggestellt war, wurde die Euskirchener Kreisbahn am 11. August 1895 feierlich eröffnet. auch Oberelvenich bekam eine Bahnhof an diesem Streckenabschnitt. die Gesamtlänge des Schienennetzes betrug 57,4 km. Endstation war zunächst noch der Bahnhof Euskirchen-West an der Frauenberger Straße. Am ersten Oktober 1896 wurde dann die Lücke zwischen diesem Bahnhof und dem Bahnhof der Staatsbahn geschlossen. Mit dem Höhepunkt des Verkehrsaufkommen endete zuglich der Betrieb auf einigen Streckenabschnitten. So wurde 1920 der Abschnitt Antweiler - Arloff stillgelegt.

1909

Gründung des Heimatmuseum in Zülpich. funde aus der näheren Umgebung werden zusammengetragen, so auch aus Oberelvenich. Vieles von dem, was wir heute über unser Dorf wissen, stammt aus den dort behüteten Quellen.

1913

Eine erneute Renovierung der Kirche mit Anbringung einer neuen Stuckdecke erfolgte in den Jahren 1913 und 1925.

1914

Nach langen Jahren des Friedens und Aufstiegs Deutschlands brach 1914 der 1. Weltkrieg aus und forderte allein aus unserem Dorf zehn Opfer. Die zum Leben notwendigen Nahrungsmittel wurden rationiert und in der Kleidung nahm man mit allerhand "Ersatz" vorlieb. Trotzdem zeigte die Gemeinde Dank eifriger Werbetätigkeit des Lehrers Bauer einen bewundernswerten Opfersinn bei den Zeichnungen für die verschiedenen Kriegsanleihen.

1914

Joseph Zaun, geb. 1891, Schustergeselle, gefallen 1914 bei Poel Chapelle.

1914

26. August: Bernhard Zingsheim, geb. 1891, Bäcker in Köln, Aug. 1914 zur Infanterie, vermisst seit 26. Aug. 1914 bei Donchery, unweit Sedan.

1915

25. September: Wilhelm Simons, geb. 1875, Katasterkontrolleur und Inspektor in Asbach (Westerwald), Aug. 1914 als Oberleutnant mit dem aktiven Infanterieregiment Nr. 53 zur Westfront und nach mehreren Schlachten zum Hauptmann der Reserve befördert, Eisernes Kreuz zweiter Klasse, gefallen bei Perthes (Champagne) 25. Sept. 1915.

1916

12. Januar: Jean Bauer, geb. 1885, Direktor der vereinigten Norddeutschen und Lippe'schen Hartstein-Industrie in Schotmar bei Bad Salzuflen (Teutoburger Wald), Als Leutnant der Reserve seit Aug. 1914 beim Infanterie-Regiment 22, Eisernes Kreuz zweiter Klasse, gefallen am 12. Januar 1916 bei Commines (Nordfrankreich).

1916

29 Juli: Heinrich Pichler, geb. 1884, Metzger in Aachen, Aug. 1914 zur Artillerie, gefallen 29. Juli 1916 bei Villiers sous Preuy (Frankreich).

1917

Das niedergerissene ehemalige Wohnhaus der Ölmühle aus Lehmfachwerk wurde im Jahre 1800 durch den Finanzminister Franz Karl von Hompesch errichtet.

1918

Vom 6. Januar bis zum 2. September wurde Oberelvenich von 45 ,.., 50 englischen Soldaten besetzt.

1918

12. April: Franz Zingsheim, geb. 1897, Ackergehilfe, 1917 zur Feldartillerie, gefallen 12. April 1918 bei Colonne, unweit Maville, Frankreich.

1918

10. Juni: Wilhelm Heinsberg, geb. 1891, landwirtschaftlicher Arbeiter, als Aktiver 1914 bei der Infanterie, Unteroffizier, Eisernes Kreuz zweiter Klasse, gefallen 10. Juni 1918 bei Montdedier (Frankreich).

1918

19. Juni: Joseph Birikoven, geb. 1896, Bäcker, Juni 1915 zur Infantrie-Maschinengewehr-Abteilung, Gefreiter, Eisernes Kreuz zweiter Klasse, starb 19. Juni 1918 im Felde nach kurzer Krankheit.

1918

23. Oktober; Albert Bauer, geb. 1894, Zahntechniker in Köln, als Einjahres-Freiwilliger 1915 zur Fußartillerie, Sanitätsgefreiter, Eisernes Kreuz zweiter Klasse und Bulgarische Tapferkeitsmedaille, starb am 23. Oktober 1918 in einem Lazarett zu Köln.

1918

30. Oktober: Wilhelm Birikoven, geb. 1895, Metzger, 1915 zum Train, starb am 30. Oktober 1918 im Lazarett zu Niederhof in Lothringen.

1918

Die Soldaten legten die Waffen nieder und begannen mit dem Rückmarsch der Heimat entgegen, wo sie von ihren Familien empfangen wurden.

1920

Erneuerung des Kirchendachs unter Anregung des Pastors Thöne.

1921

Norbert Demski wird Küster und Lehrer, bis dass er 1933 als Hauptlehrer nach Friesheim versetzt wurde. Anschließend übernahm Wilhelm Sieber das Amt.

1923

Mit dem Rhein- und Ruhrkampf 1923 begann fortschreitend die Inflation. Erst durch die Stabilisierung der Milliardenmark im November 1923 und die Räumung der Kölner Zone 1926 brachte eine gewissen Erleichterung mit sich und das Leben wurde wieder etwas leichter.

1932

Im November 1932 wurde Hitler zum Reichspräsidenten gewählt. Und schon am 30. Januar 1933 wurde er zum Kanzler ernannt. Am 3. September dann, erklärten die Botschafter der auswärtigen Ämter Frankreichs und Englands, nach vergeblichen Bemühungen, Hitler daran zu hindern, in Polen einzumarschieren, den Krieg. Wiederum mussten die Soldaten, die den 1. Weltkrieg überlebt hatten und viele andere junge Männer zur Waffe greifen und wieder mussten auch Männer unseres Dorfes unnötig ihr Leben lassen.

1944

24. Dezember: Ein Bombenangriff vernichtet weite Teile der Zülpicher Innenstadt.

1945

8. Mai 1945: Kapitulation.

1949

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen Neuanfang für die Euskirchener Kreisbahn. 1949 übernahm der Kreis Euskirchen den Betrieb der EKB. Parallel zum Bahnbetrieb wurden die ersten Buslinien in Betrieb genommen, was letztendlich zum Erliegen des Personentransportes führte.

1959

Mit dem Ende des Tagebaus und der Fabrik Donatus am 30. Juni 1959 stellte auch die EKB ihren Betrieb ein (inkl. Omnibusbetrieb). Wegen der tonverarbeitenden Industrie blieb zwischen Antweiler-Wachendorf und Firmenich noch ein Restbetrieb erhalten, der mit Normalspurwagen auf Rollböcken durchgeführt wurde. Auch dieser wurde am 31. Dezember 1965 eingestellt. Auch in Oberelvenich wurde die Strecke der Kreisbahn wieder zurückgebaut. Ursprünglich verlief sie nördlich entlang der heutigen Landstraße 162. Lediglich das ehemalige Bahnhofsgebäude blieb erhalten und steht auch heute noch immer alleine auf der nördlichen Seite der Landstraße.

1959

Eine weitere, jedoch vollständige Renovierung der Kirche von innen und außen (Fußboden, Innenputz, neue Decke nach alter Bauart mit Holz, Stroh und Lehm, Kirchendach, Glockenturm und Glockenstuhl) erfolgt in den Jahren 1959 - 1961. Mit dieser Erneuerung wurde auch eine Öl-Warmluftheizung eingebaut. Zudem wurde die Krypta der Familie von Hompesch unterhalb des Hochaltars geöffnet. Der Zugang zu dieser Krypta konnte jedoch durch das mehrmalige Aufeinanderschichten von neuen Fußböden nicht offen gehalten werden. Der Landeskonservator ließ leider einen Zugang von außen nicht zu.

Vor den Wirren der Weltkriege waren für das Geläut 3 Glocken vorhanden, wovon 2 in den Kriegszeiten zur Herstellung von Waffen eingeschmolzen wurden. Nach dem 2. Weltkrieg wurden durch den damaligen Pastor Backes 3 neue Glocken angeschafft - die kleinere davon ist eine Stiftung des damaligen Bürgermeisters Anton Zinken- und im Jahre 1955 kurz vor Weihnachten im Beisein des Dechanten Heinrichs aus Euskirchen geweiht.

1982

Im Oktober 1982 übernahmen Herr Arnold Langen und mehrere Landwirte, welche auf biologisch-dynamischen Betrieben Erfahrungen gesammelt hatten, gemeinsam den Hof Bollheim um ihn zu bewirtschaften.

1992

Im Jahre 1992 dann die Kirche zum letzten mal von außen und innen renoviert. Kurz danach stellte man fest, dass das alte Harmonium irreparabel sei, und eine neue Orgel nötig wäre. Die Orgel wurde alsdann bestellt, gebaut und errichtet und am 12.06.1994 eingeweiht. Die bei ihrem ersten Einsatz in der liturgischen Feier von unserem Küster Johannes Zaun gespielt wurde.

Heute

Oberelvenich ist mit etwa 240 Einwohnern einer der kleinsten Orte im Stadtgebiet Zülpich.

Chronologie

Über 1200 Jahre am Rotbach


 

Oberelvenich