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Strafen anno 1650

Anno 1650 gab es für Vergehen vielfältige drakonische Strafen. In der Unterherrschaft Bollheim ist die Wertung der verschiedenen Vergehen gegeneinander besonders interessant. Zum Glück hat sich die Gewichtung der Strafen im Laufe der Jahrhunderte verschoben. Damals galt für die "Brüchten":


1. Ein Ehebrecher – 50 Ggl. (Goldgulden)

2. Einer, so Rein oder Stein Pfähll oder Marck Zeichen außreißet undt seinem Nachbahren sein Landt oder ander Erb wissentlisch abnimbt – 25 Ggl.

3. Der, so Obst, Gemüß, Fruchten und allerhandt Erdtgewächß, Trauben, Holtz, grün oder durer Zäun, Weingardt Rahmen oder der gleichen bey Nacht oder Tag hinnehmen wird, so offt geschicht – 2 Ggl.

4. Der, so scheltet oder schmehet – 2 Ggl.

5. Pferdt, so in Schaden betrotten – 1/2 Ggl.

6. Kuhe, so in Schaden betrotten – 1/4 Ggl.

7. Schwein, so in Schaden betrotten – 1/4 Ggl.

8. Der, so bey Nacht auff der Straßen Neckerey antreibt, jauchzet und muthwillig anrichtet – 2 Ggl.

9. Einer, so Schlägerey anfanget – 4 Ggl.

10. Ein Wirth, so Inwendige uber 10 Uhren des Nachts bey sich Wein oder Bier Zechsitzen laßet und den selben zapfet – 2 Ggl.

11. Ein Untherthan, welcher sich nach zehn Uhren also beym Wirdt im Zech auffhaltet – 1 Ggl.

12. Der, so mit Viehe oder sonsten ungewöhnliche Weg machet, betreibt und begehrt – 1/2 Ggl.

13 Der, so Meßer oder scharffe Waffen auff einem anderen außziehet und doch nicht letzt – 2 Ggl.

14. Bluttige und doch nicht tödtliche Wunden – 4 Ggl.

15. Der, so des Nachts beym Feur oder Liecht Hanff oder Flachß brechen oder schwingen wird – 2 Ggl.

16 – Der, so in verbottenen Wässern fischet item Hasen, Kanin oder ander Wildpräth ohne Erlaubnus schießet – 2 Ggl

17. Der, so auff Son- oder anderen heyligen Tagen einige Arbeiten ohne Erlaubnus verrichtet zu Behueff der Kirchen – 1/2 Ggl.

18. Der, so im Feldt oder Weingarten auch Benden mit Kräutern, Rupffen und Blucken Schaden thuet – 1/2 Ggl

19. Ein Gottes und seiner Heylichen Schänder, auch Flucher und Schwerer, so offt geschicht, so offt gestrafft – 2 Ggl

20. Der, so auff der Herren oder Gerichts Gebott auf gezogene Klock nicht erscheint, wan er einheimisch – 1 Ggl.

21. Der, so seine Schorrenstein, Back- und Stuben offrerts nicht der Gebuhr rein haltet – 2 Ggl.

22. Wann einem Nachbahren ahn sinem Hauß, Leib oder Gutt Gewalt geschicht und der Beleidigter ein Nachbar, der Waffen Geschrey machet, seine Nachbahr zu deßen Hulff nicht erscheinen noch beykommen wurde, der soll zu Straff geben – 2 Ggl

23. Ein Kremer, Becker, Bräwer und Wein Wirth, so unrichtig geicht und Maaß gebrauchet – 2 Ggl.


Andere hierrin nicht exprimierte Excessen sollen auch ihrer Arth und Gelegenheith nach Gefallen der Herrschaft gestrafft werden.

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