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Neuzeit bis zur französischen Periode

1500 bis 1794

Diese Seite stellt informativ und ohne wissenschaftlichen Anspruch einen Auszug aus unserem Wissen über Oberelvenich zusammen.

Wir verzichten bewusst auf korrekte Zitationen, legen bei Bedarf aber gerne unsere Quellen offen.

1500 bis 1794

Die Zeit der Jülishcen Unterherrschaft und des Hauses von Hompesch

1517

Weiterhin ist ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1517 erhalten geblieben, welchen den Schutzheiligen Sankt Matthias und die Inschrift "S. Scabinorum in Elvenich" (Siegel der Scheffen zu Elvenich) zeigt.


1534

Zuordnung der Pfarrkirche Sankt Matthias zum Kloster Hoven. Hierin trat eine Veränderung ein, als durch Incorporation oder Einverleibung der Pfarrkirche zu Oberelvenich in das Kloster Hoven im Jahre 1534 diesen die Verwaltung der kirchlichen Einkünfte zugesprochen wurde, und bezog seitdem aus dem Zehnten neun Malter Frucht, die es 1564 an den Pastor verpachtete. Dieser hatte aber nach wie vor auch noch einem kleinen Zehnten, denn 1680 bei Gelegenheit einer kirchlichen Visitation durch den Landesdechanten beklagt sich der Pastor über die Zurückhaltung von sechs Malter Kornzehnt, weshalb ihm die Pfarrgemeinde auch die Abgabe von jungen Schweinchen und Lämmern verweigerten.


1547

Zuletzt erscheint ein Ritter von dem Gut zu Elvenich in einer Urkunde von 1547 als Besitzer des Vorsthofs.


1564

Franz von Hompesch schloss 1564 Vereinbarungen mit den Bewohnern von Oberelvenich wegen des Weiderechtes an gewissen Benden, wozu 5 Morgen an der Mühle gehörten. Diese 5 Morgen sollten vom Johannistag (24. Juni) bis Mitte März der Gemeinde zu Verfügung stehen, wenn diese sich dazu verpflichten würde, in diesem Jahr (1564) mehrmalige Frondienste zu leisten.


1570

"Es ist öffentlich am Tag", schreibt Franz von Hompesch 1570, "das zuvor die von Geißbusch und folgende die von Hompesch als Inhaber des Hauses Bollheim in der Zeit ihren Kirchgang und ihr Begräbnis zu Oberelvenich in der Pfarrkirche über die anderthalb Jahrhunderte gebraucht und gehabt, wie auch noch heutiges Tags auf dem Haus Bollheim ein Pastor zu Oberelvenich nach christlicher Ordnung, wenn die erfordert, die heiligen Sakramente mitteilt".

1571

1571 erhielt Franz zu Hompesch den Befehl sich mit Pferden, Hauptharnischen und Spießen zu rüsten und nach Köln zu reisen. Dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre und verstarb 1586 kinderlos. Sein Erbe erhielt sein Neffe Hermann Philipp von Hompesch, der sich durch feierliches Glockengeläute als Unterherrn huldigen ließ.


1596

Denn durch den Einfluss der reformierten Familien von Quadt zu Flamersheim und von Palant zu Wachendorf traten 1596 Hermann Philipp von Hompesch nebst Gemahlin Anna von Reuchenberg zum neuen Bekenntnis über und ließen sofort reformierten Gottesdienst in der Burgkapelle einrichten.

1618

Der evangelische Pfarrer Molitor aus Euskirchen schreibt, er habe Himmelfahrtstag 1618 sein Predigtamt angetreten und "ohne alle Hindernisse continuirt (fortgesetzt) und zwar dieser Gestalt, daß den einen Sonntag auf dem Hause Großbüllesheim, den anderen zu Flamersheim, den dritten zu Bollheim gepredigt worden".


1624

Johann Dietrich von Hompesch, Sohn Hermann Philipps, empfing 1624 die Belehnung mit Bollheim durch den Erzbischof zu Trier und verglich sich mit Adam von Efferen wegen eines Grundstückes am Niederelvenicher Broch. Gegen Überlassung des unbeschränkten Eigentums versprach der Bollheimer dem Sohn des Adam von Efferen, Karl, ein Pferd mit Sattel und Zeug. Sohn und Nachfolger auf Bollheim war Wilhelm Degenhard vom Hompesch, der Oberstjägermeister, Marschall und Kammerherr des Herzogs von Jülich.


1630

 Außerhalb der Unterherrlichkeit galt es Arbeiten - entweder für die Kurköln oder Jülich - zu verrichten. Hierzu wurden die Untertanen nicht selten bis zu 20 Stunden weit gefahren. Zu den dort zu verrichtenden Tätigkeiten zählte man z.B. Botendienst entlang des Rheines, oder die Arbeit in den Weinbergen, die es im Umfelde von Köln gab, auch wenn schon damals der Wein als suur bezeichnet wurde. Bei einem der eben erwähnten Botendienste entlang des Rheines, soll gegen 1630 dem Schneider Clasgen ein Gespenst erschienen sein und ihm einen solchen Schrecken eingejagt haben, dass er noch in der gleichen Nacht graue Haare bekommen hat. Während der Frondienste genossen die Untertanen in der Regel freie Kost und Logis. Wobei die Kost meist aus Gemüse und Kleinbier bestand. Bei auswärtigen Diensten gab es zudem je Tag und Gespann ein viertel Hafer und die Rückerstattung von evt. anfallenden Zoll- und Wegegebühren.


1641

Im dreißigjährigen Krieg 1641/42 bezogen die mit den Franzosen verbündeten Hessen und Weimarer ihr Winterquartier im Schloss Bollheim und drangsalierten die Bewohner und Bewohnerinnen auf unsagbare Weise.

Aus dem Jahre 1650 ist überliefert, wie Vergehen ("Bürden") zu betrafen waren.

1672

1672 sicherte der Religionsvergleich den Status von mehreren adligen Häusern unserer Gegend, unter anderem Bollheim und Sievernich. Trotzdem kehrte die Familie von Hompesch zur katholischen Kirche zurück, und alle Neuerungen in Bollheim hatten ein Ende.


1673

Die allgemeine Situation war durch Unruhen geprägt. Hierzu ist z.B. überliefert: „Dem Hubert Bierekofen nahmen die Reiter 1673 ein Ackerpferd gewaltsam aus dessen Stall. Kein Wunder das die Dorfbewohner ihr Vieh auf Haus Bollheim in Sicherheit brachten, während der adlige Herr mit seinen Lehnsmannen Tag und Nacht den anrückenden Horden entgegenritt, um durch Versprechungen und Geschenke die Kriegsdrohungen abzuhalten.“


1679

1679 drohten die in der Herrschaft von Haus Bollheim stehenden Franzosen mit der Niederbrennung der Häuser, wenn man nicht unverzüglich die geforderten Gelder beischaffe. Nur durch eine Anleihe von 500 Reichstalern beim Kölner Bürgermeister konnte dies abgewendet werden. Ähnliche Lasten vermerkt der Lehnsmann aus den folgenden Jahren und fand daneben noch die Mittel, im Auftrage der getreuen Untertanen dem gnädigen Herrn von Bollheim 1684 bei seiner Abreise nach Ungarn zur Abwehr der eindringenden Türken zwei Pistolen zu schenken, die der Stadthalter Coenen mit 18 Talern in Rechnung stellte. In die herrschaftliche Küche nach Bollheim schickte er als besondere Verehrung zum Christfest einen fetten Hammel und ein Spanferkel.

Die Burg Bollheim wurde etwa zur gleichen Zeit durch einen Blitzschlag weitgehend zerstört.


1682

Wiederaufbau der Burg Bollheim als repräsentatives Barockschloss.


1683

Aus den Elvenicher Gerichtsakten ist überliefert:

„Anno 1683, den 30. Marty ist vor uns unterschriebenen Scheffen des Gerichtes Elvenich erschienen der wohledle und hochvornehme Herr Wilhelm Heinrich Keuchen und hat mit Zuziehung Herrn Pastor Bernhard Pagen wie auch Anton Losheims namens seines Herrn Bruders Christian Keuchen, kurfürstlich brandenburgischer Rats- und Kriegskommissarius in Krafft präsentierter Vollmacht vom 27. Marty 1683 die erledigten zwei Pferde kurmuten und eine Kuhkurmut durch Absterben Frauen Maria Gertrud Keuchens, verwittibten von Schommerts vertätigt und abgeführt mit 35 Reichstalern, welches jedoch für diesmal aus Gunst und Bewilligung Ihrer Gnaden Frauen zu Bulheim als beschehen, als Anferehrung die Pferde und die Kuh gar schlecht und gering, für empfangene Hand hat ernannt und angesetzt Anna Katharina, obwohlgemelten Herrn Christian von Keuchen Töchterchen.

(H. Cramer, Licentiatus.)“

1684

Erste urkundliche Erwähnung der Ölmühle. Damals verpflichtete der adelige Herr von Hompesch, jährlich 25 große Maß Rüböl an die Kirche zu liefern.


1687

Der Sage nach, hat im Garten des Jakob Birikoven gegenüber dem Anwesen Pick ein Hof (Aldenrathshof) gestanden, an den heute nur noch ein zugeschütteter Brunnen erinnert. Dem Besitzer Dr. Johann Heinrich Cramer von Clauspruch, kurpfälzischer Geheimrat und Schultheiß der Herrlichkeit Bollheim, und seiner Gemahlin, Elise Schenff, wurde hier 1687 eine Tochter geboren.

Die zweite Tochter, Christine, brachte den Hofbesitz als Mitgift später an den kurkölnischen Hofrat Peter von Otten, der 1749 einen Teil der Ländereien an Reiner Welter und Katharina Vogts verpachtete. Gemäß Vertrag hatten die Pächter 50 Schauf Stroh zur Unterhaltung des Daches zu liefern.


1688

Die Unterhaltungspflicht der Kirche verteilte sich 1698 so, dass die Gemeinde für Schiff und Turm, die Kirche selbst aber für das Chorgebäude zu sorgen hatte. Die drei prächtigen Rokokoaltäre sind Geschenke der adeligen Familie von Hompesch und ihrer Verwandten, wie zuvor schon erwähnt.


1690

Die Kirche Sankt Matthias glich einer Ruine. Der damals dienende Pastor stellte ein Verzeichnis der notwendigen Arbeiten auf und legte dies Liste dem Herrn zu Bollheim zur Genehmigung vor. Diese Liste umfasste folgende Punkte:

Ist das Geboenn in der Kirchen so gar zerbrochen, daß man biß zum Tagh hinaus sehen kann, solches koent man reparieren von der Eiften (=Ulme) uffen Kirchhoff.
Ist das allernotigst ein starcke Maur umb den Kirchhoff, damit nit allerlei Biesten denselben uberlauffen und verwuesten.
Ist das Beinhauß (überdachter Raum, in dem bei der Anlage von Gräbern die alten Knochen aufbewahrt werden. Dieses Beinhaus scheint an der Stelle gestanden zu haben, wo heute die alte Schule steht) dermaßen zerbrochen, daß die Gebein der Verstorbenen bißweilen von den Kindern dispargiert und vertragen wirdt uber Straß und Kirchhoff.
Zum vierten ist hochnoetlich, sonderlich in einer Mutterkirchen, daß die zerbrochene Klock wieder vergoßen und daraus die neue gemacht wurdte.
Zum funften, daß das Kirchelgen einfeltiger weiß mit Kalck geweist wurde.
Zu der Wiederherstellung erklärten die von Bollheim sich bei einem Beitrag von 40 Talern bereit. Die Gemeinde aber war angeblich nicht in der Lage zu diesem Zweck einen einzigen Heller zu zahlen. und so war man genötigt fürs erste die Kirchenrente anzugreifen. Und so schritt man 1692 zum Neubau des noch heute vorhandenen Kirchenschiffes und Chors, während der altersgraue Turm erhalten blieb.

1692

Neubau des Kirchenschiffs Sankt Matthias. Da der Turm bei den Renovierungsarbeiten im Jahre 1692 nicht bedacht wurde blieb er weitestgehend unverändert. Nur 1870 wurde der Turm durch zwei Rundbögen verstärkt.

Die Maße der alten Kirche wurde wie folgt beschrieben:

"Die Kirche ist auf dem höchsten Punkt des Dorfes gelegen, ein einschiffiger, schmuckloser Bruchsteinbau im vorgelagerten Westturm, im Lichten 11 Meter lang und 8 Meter breit. An das kurze Langhaus mit flacher Decke und je zwei Rundbogenfenster in den Längswänden setzt sich das wenig schmälere, dreiseitig geschlossene und gewölbte Chor an, dessen Ostteil als Sakristei abgetrennt ist. Der kurze Turm trägt auf zwei Geschossen einen achtseitig geschieferten Holzaufbau mit schlanker Haube.“

1706

Aus der Steuerliste von 1706 seien die Abgaben des Keuchens Hof erwähnt. Er hatte in diesem Jahr 14 Sester Weizen, ein Rauchhuhn, vier Gänse und Branntwein in unbekannter Menge. Besonders gefürchtet war aber das Recht des Lehnsherren, beim Tode eines Pächters aus dessen Nachlass das beste Stück Vieh auswählen zu dürfen und in seinen Besitz zu nehmen. Dies wurde in der Regel durch den Schultheiß, oder einem Scheffen vollzogen.


1711

Im Stadtmuseum Zülpich wird eine mit Vorhängeschlössern versehene Eichentruhe aufbewahrt, welche die Inschrift "Scheffenkist zv Oberelvenich 1711" trägt.


1719

Im 18. und 19. Jahrhundert war das Schul- und Küsteramt fest miteinander verbunden. Die Anstellung des Küster-Lehrer geschah auf Vorschlag der Gemeinde und des Pastors. Die Herren von Bollheim bestätigten die Wahl jeweils für ein Jahr. Eine Wahlperiode dauerte immer von einem Hubertustag zum darauffolgenden. Einige Namen können wir noch nachverfolgen: 1719 Johann Wollersheim.


1736

Heinrich Loosen wird Küster und Lehrer.


1741

Der Sohn des Wilhelm Degenhard, Karl Kaspar von Hompesch starb 1741 zu Bollheim und wurde in der Pfarrkirche zu Oberelvenich an der Seite seiner Gemahlin Maria Katherina von Horst (+1728) beigesetzt.


1749

Die zweite Tochter, Christine Schenff brachte den Aldenrathshof als Mitgift in die Ehe mit dem kurkölnischen Hofrat Peter von Otten ein. Der verpachtete einen Teil der Ländereien an Reiner Welter und Katharina Vogts . Gemäß Vertrag hatten die Pächter 50 Schauf Stroh zur Unterhaltung des Daches zu liefern.


1755

Johann Aschenbroch wird Küster und Lehrer.


1762

Der Sohn und Erbe Johann Wilhelm, dem die Pfarrkirche zu Oberelvenich den noch vorhanden Hochaltar verdankt, starb 1762 und wurde unter demselben beigesetzt; ebenso 1785 seine Gemahlin Isabella von Benlandt zu Rheidt. Bollheim kam nun an Franz Karl Freiherrn von Hompesch, auf dessen Befürwortung die Jülisch-Bergische Regierung um 1785 die alte Aachen-Frankfurter Straße vom Siechhaus über Oberelvenich in Richtung Euskirchen verlegt und ausgebaut wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde die Strecke vom Dorfe nach Bollheim neu angelegt und der alte Weg durch die "Maas" zur Mühle aufgehoben. Auch der Bau der Brücke über den Rotbach datiert aus dieser Zeit. An Franz Karl von Hompesch, geheimer Staatsminister des Kurfürsten von der Pfalz, und dessen zweite Gemahlin Therese Marquise von Hoensbroch, erinnern noch heute ihre Monogramme: F C H bzw. T M H auf dem äußeren Tor zu Bollheim.


1763

Ein Pachtvertrag über den Aldenrathshof von 1763 lautete auf Johannes Peter Wirtz und Elise Wollersheim. Es sind für 93 Morgen Ackerland und 6 1/2 Morgen Wiese 40 Paar Frucht, d.h. je 40 Malter Roggen und Hafer zu leisten. Später ging das Gut in das Eigentum der Pächter über, deren Tochter Elise 1786 Franz Anton Keller heiratete. Dieser war unter der französischen Besetzung Municipalagent zu Oberelvenich und ließ 1810 das an die Zülpich-Wichtericher Straße stehende hohe Steinkreuz errichten. Dies geschah zum Gedächtnis an sein Kind, welches beim Spielen in der Hofeinfahrt durch ein umstürzendes Kreuz erschlagen wurde.


1767

Der Auftrag zur Beschaffung eines neuen Siegels im Jahre 1768 blieb überliefert. Hierin gab der Schultheiß Dr. Scheiff vor:

„So groß muß der neue Siegel sein, worinnen mitten Stankt Matthias mit dem Benel in der Handt stehen muß, ringsumb aber auszuhauen ist: Sigillum Judiciy in Ober Elvenich.“

(Bild: das Schöffensiegel von 1767)

1770

Ferdinand Pauln wird als Pächter der Ölmühle benannt.


1785

Um das Jahr 1785 erfuhr Oberelvenich einen deutlichen Aufwuchs und die Bollheimer Straße wurde dichter bebaut. Die alte Holzbrücke über den Rotbach wurde durch eine steinerne Brücke ersetzt.


1794

Kurz vor der französischen Besetzung von 1794 sollen sich die Oberelvenicher von den Frondiensten freigekauft haben, indem sie Gemeindeland und insbesondere die saftigen Wiesen der Rotbach-Auen dem Lehnsherren überlassen haben.


1794

Aus dem Jahr 1794 wissen wir aus französischen Aufzeichnungen, dass beim Einmarsch der französischen Truppen im Winter dreißig Kinder von dem Offermann Thomas Grohn im Schulhaus unterrichtet wurden. Er war im Nebenberuf Leinenweber und übte diesen Beruf auch noch während seiner Lehrertätigkeit weiter aus, da der Beruf des Offermanns nicht gut bezahlt war. Thomas Grohn verstarb 1822 an der Pest. Sein Nachfolger, Johann Matthias Beusch, genannt Kerp's Hannes Matthes, hielt den Unterricht in seinem Privathaus ab. Während jener auf seinem Webstuhl mit Armen und Beinen beschäftigt war, saßen die Kinder auf niedrigen Bänken um ihn herum, ein Stück Dachschiefer in der Hand und lernten. Wenn die Unruhe zu groß wurde, ist folgender Spruch überliefert: „Ihr Kinder, lernt! Sonst komme ich von der Gezahne.“ Anschließend soll dann wieder alles still im Klassenzimmer gewesen sein. Und wenn dann die Kinder begannen, Kartoffelscheiben am Ofen zu rösten, oder der Hausfrau in die Töpfe zu gucken, wurden die Kinder entlassen.


Im Jahre 1794 hatte der Getreidemüller Christian Pick 23 Morgen und 2 Viertel in Pacht.


1794

Der Einmarsch der französischen Revolutionstruppen in das linksrheinische Gebiet machte 1794 mit einem Schlage allen üblichen Formen der feudalen Zeit und auch der Unterherrschaft Bollheim ein Ende. Die alten Strukturen wurden aufgelöst. Die Unterherrschaft Jülich hörte auf zu existieren und somit verlor das Schloss Bollheim seine Bedeutung.


Die Besetzung geschah am 8. Oktober durch einen Trupp reitender Jäger, die nach einem traditionellen Bericht die noch vorhandene Steinfigur des hl. Johannes von Nepumuk von der Brücke in den Rotbach stießen. Der ganze Besitz kam zunächst zum französischen Domänengut und wurde später (nach nicht verifizierbaren Quellen) für 600 Reichstaler von der Familie Hompesch zurückgekauft.

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